Liebe Leserinnen und Leser,

 

vielen Dank für Euer Interesse! Meine Kolleginnen von Pferdewohl-Dittrich und Tierheilpraktikerin-mit-herz und ich stellen hier einige Themen für Euch zusammen.

 

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die hier zusammen getragenen Informationen einen Einblick geben und für mögliche Probleme sowie natürlich Möglichkeiten zur Gesundhaltung unserer Fellnasen sensibilisieren sollen. Hier wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben und natürlich sind einige Dinge mit Blick auf Lesbarkeit und Verständlichkeit verkürzt oder verallgemeinert dargestellt. Dies soll ein lesefreundlicher Einblick und keine erschöpfende wissenschaftliche Abhandlung sein.

 

Viel Spaß und natürlich nehmen wir Anregungen für weitere Themen gerne an!


A

Anweiden

Woanders ist das Gras immer grüner - anweiden.
Obwohl Frühlingsanfang ist, obwohl die Sonne so schön ist und obwohl das Ponytier soooo gerne Gras möchte: es ist zu früh.
Idealerweise sollte ab dem 1. Mai angeweidet werden (natürlich hat man das im Pensionsstall zumeist nicht selbst in der Hand aber dann gilt so spät wie möglich). Idealerweise haben die Pferde vorher schon Heu und Stroh gefuttert und gehen nicht mit leerem Magen zum angrasen. Besonders ratsam ist es, in den Abendstunden angrasen zu gehen. Begonnen werden sollte mit 15 Minuten, jeweils am vierten Tag kann die Zeit dann um 15 Minuten gesteigert werden. Ab einer Anweidezeit von 2 Stunden kann um 30 Min. gesteigert werden und ab vier Stunden um jeweils eine Stunde.

B

BAchblüten

Die von Edward Bach (1886-1936) entwickelte Bachblütentherapie gehört zu den Informationstherapien. Das heißt, ebenso wie bei der Homöopathie wird dem Patienten kein physisch vorhandener Wirkstoff verabreicht, sondern die Infornation des Wirkstoffes in einer Trägerlösung. Im Unterschied zur Homöopathie gibt es bei den 38 Essenzen (plus Rescue) jedoch keine unterschiedlichen Potenzen.

Edward Bach ging davon aus, dass jedes Individuum in Harmonie leben möchte. Dies ist zugleich der physiologische Zustand. Im pathologischen Zustand hingegen befindet sich das Individuum im Ungleichgewicht was seelische und körperliche Symptome hervorbringt. Durch eine ausführliche Anamnese können die Auslöser festgestellt werden und dem Organismus wird durch die korrekte Zusammenstellung von bis zu sieben Bachblüten geholfen, sein Gleichgewicht zurück zu gewinnen. Es geht bei dieser Therapie um eine wertfreie Anerkennung des Ist-Zustandes und konsequente Reharmonisierung durch positive Verhaltensmuster. Die Therapie eignet sich besonders zur Unterstützung von Verhaltenstherapien, zur Behebung von Akut-Zuständen und zur Prävention, beispielsweise bei bevorstehenden Veränderungen, die dem Tier Stress bereiten können.

G

Gelenke

Damit unsere Tiere und auch wir nicht herumlaufen wie Steiftierchen, oder vielmehr gar nicht laufen könnten oder beweglich wären, haben wir Gelenke. Sie bilden eine bewegliche Verknüpfung zwischen den Knochen, die als Skelett sowohl das Erscheinungsbild mitbestimmen als auch den Körper stützen und die inneren Organe schützen. An einem Gelenk können zwei oder mehrere Knochen beteiligt sein (artikulieren) und es gibt einfache oder zusammengesetzte Gelenke. Je nach Art und Anforderung an den Skelettbereich kann ein Gelenk nur eine oder sogar bis zu drei Bewegungsrichtungen ausführen. Das können sein: Extension oder Flexion, also strecken und beugen wie z.B. beim Ellbogen, Innen- und Außenrotation, also Innen- und Außendrehung wie z.B. beim Fesselgelenk oder Ab- und Adduktion, also weg- und heranziehen wie etwa bei der Schulter.

 

Nach ihrer Zusammensetzung und Funktionalität lassen Gelenke sich einteilen in Zapfengelenke (Atlanto-Axialgelenk), Spiralgelenke (Femortibialgelenk), Schiebegelenke (Zwischenwirbelgelenke), straffe Gelenke (Karpalgelenk), Kugelgelenke (Hüftgelenk), Sattelgelenke (Daumenwurzelgelenk), Scharniergelenke (Fingergelenk), Eigelenke (Handgelenk) usw. Nach ihrer Beweglichkeit lassen Gelenke sich in Ein- (Flexion/Extension), Zwei- Fexion/Extension, Abduktion/Adduktion) oder Vielachsige (Flexion/Extension, Abduktion/Adduktion, Rotation) Gelenke einteilen.

 

An einem Gelenk sind neben den Knochen, die beweglich verbunden werden sollen auch weitere Strukturen beteiligt, die für die Funktionalität, eben die Beweglichkeit, notwendig sind. Dies sind neben Sehnen, Muskeln und Bändern der Gelenkknorpel, der ein aneinander-vorbei-gleiten der Gelenkflächen ohne Beschädigung des Knochens ebenso ermöglicht, wie die Synovia, die Gelenksflüssigkeit, die für einen reibungslosen Ablauf der Bewegung innerhalb der Gelenkskapsel sorgt. Ohne sie und den knochenschützenden Knorpel würde jede Bewegung knirschen und schmerzen, da die gut durchblutete Knochenhaut (Periost) sich entzünden würde. Je nach Funktionalität kommt in einem Gelenk hyaliner- Faser- oder elastischer Knorpel vor, der die jeweils benötigten Eigenschaften besitzt. Erst nach ca. 20 Minuten Bewegung ist ausreichend Synovia gebildet um die Gelenke bei stärkerer Belastung zu schützen. Daher ist immer (vor allem im Winter) eine genügende Aufwärmzeit für Pferde oder auch Hunde, die sich sportlich betätigen (Agility), notwendig. Folgeschäden einer Fehlbelastung von Gelenken sind oft erst Jahre später erkennbar. Da der Gelenkknorpel nicht von sich aus versorgt oder durchblutet wird ist die Bewegung notwendig, um den Knorpel geschmeidig zu machen und die an den Gelenken beteiligten Knochen zu schützen und nach Möglichkeit Arthrosen vorzubeugen. Um die Bewegung in einem Gelenk zu ermöglichen sind auch Sehnen, Muskeln und Bänder notwendig, die das Gelenk in der Bewegung führen und in die gewünschte Bewegungsrichtung ziehen.

 

 

Pathologische Befunde (Erkrankungen) der Gelenke können sein: Arthritis/Arthrose, Hüft- und Ellbogendysplasien, Ankylosen (Versteifungen), Nearthrosen (Gelenkneubildungen), Pseudarthrosen (falsche Gelenke), Kontusionen (Quetschungen), Distorsionen (Zerrung), Luxationen, Nekrosen (Absterben von Gewebe), Bänderrisse

 

M

Muskulatur

Damit unsere Gelenke bewegt werden können, benötigen wir Zugmechanismen. Dazu gehören vor allem die Muskeln mit ihren sehnigen Ansätzen an den Knochenpunkten. Sie können spindelförmig, einfachgefiedert, doppelgefiedert, zweiköpfig, zweibäuchig oder glatt sein. In dieser Einteilung zeigen sich die Struktur und das Erscheinungsbild der Muskeln. Jeder Skelettmuskel hat einen oder mehrere Ansätze, einen oder mehrere Ursprünge und wird durch einen oder mehrere Nerven enerviert.

 

Muskeln werden – wie auch die Organe – umgeben von Faszien und verknüpfen sich mit den jeweiligen Knochen immer über eine Sehne an Ursprung und Ansatz.

 

Muskeln kann man unterscheiden in glatte Muskeln (Organe sowie Herzmuskel), die normalerweise nicht bewusst an- und entspannt werden und quer gestreifte Muskulatur, die willkürlich angesprochen werden kann. Muskeln können sich ent- und anspannen (entspannen=relaxieren, anspannen=kontrahieren), haben also immer einen Aktions- und Ruhezustand. Dazu sind sie dehnbar und, im Gegensatz zum Knochen, sehr elastisch. Werden sie aber nicht hinreichend genutzt oder falsch belastet können Muskeln sich auch verkürzen und – zumeist im Zusammenspiel mit Faszien – Bewegungseinschränkungen verursachen.

 

Die Kontraktion ist notwendig um Gelenke bewegen zu können. Dabei ziehen sie zum Teil auch über mehr als ein Gelenk und können damit komplexe Bewegungen ausführen. Bei der Muskulatur gibt es immer einen Protagonisten (Spieler) und einen Antagonisten (Gegenspieler). Soll ein Gelenk oder eine Gliedmaße in eine bestimmte Bewegung gebracht werden, so muss einer der Muskeln sich anspannen, um das Gelenk in die entsprechende Richtung zu ziehen und der andere Muskel muss sich entspannen um die Bewegung zuzulassen. Die Impulse zum Ansteuern der Muskulatur werden über die Nerven geleitet und kommen bei willentlich beeinflussbaren Muskeln aus dem Gehirn als willentliche Entscheidung (bei Reflexen wird diese willentliche Entscheidung übersprungen weil sie zu lange dauern würde) und bei unwissentlich gesteuerten Abläufen (Herzschlag) aus dem vegetativen Nervensystem. Ein Muskel wird also über Nervenfasern stimuliert und weiß so, wann er was tun muss.

 

Bei der Kontraktion kann unterschieden werden in Konzentrisch (wir versuchen ein stärkeres Untertreten der Hinterhand zu erreichen oder lassen den Hund Männchen machen), Isometrisch (wir stellen das Tier auf Balancebords) und Exzentrisch (Tier stabilisiert sich z. B. beim Bergab-Laufen).

 

Um eine gute Arbeitsleistung erreichen zu können, benötigen die Muskeln ebenso wie die Gelenke (LINK), eine vernünftige Aufwärmung. Das heißt, spontanes laufen lassen oder besonders Sport mit abrupten Bewegungen (mit buckeln, Springen, Galopp, schnellen Stopps, Sprüngen etc.) im noch kalten Zustand kann Muskelzerrungen und sogar Muskelrisse nach sich ziehen. Die Heilung dieser Verletzungen kann zwischen einer Woche und einem halben Jahr andauern. Hier kann die Therapie vielfältig unterstützt werden, z. B. durch Massagen (Vorsicht: grade zu Beginn ist das betroffene Areal schmerzempfindlich und kann zu Abwehrreaktionen führen), Elektromodulationstherapie, Laserbehandlungen, Homöopathie, Blutegelbehandlung und Akupunktur. Ebenso ist darauf zu achten, Tiere nicht zu überfordern, sondern langsam an den gewünschten Leistungsstand heranzutrainieren. Zu beachten ist, dass der Muskelaufbau in den Ruhephasen stattfindet und diese Ruhephase ca. 48 Stunden dauert. Erst danach sollte die selbe Muskelgruppe wieder belastet werden, wenn sie sinnvoll aufgebaut werden soll. Nach einem Muskeltraining sollte also eine entsprechende Zeit mit anderem Training verbracht werden, um einen sinnvollen Trainingseffekt zu erzielen. Beansprucht man täglich die gleichen Muskelgruppen wird sich auf Dauer ein gegenteiliger Effekt einstellen. Eine Überbeanspruchung zusammen mit einer falschen Fütterung kann z.B. bei Pferden zum Lumbago (Kreuzverschlag) führen.

 

In jedem Körper gibt es slow twitch und fast twitch-Muskelzellen. Während die weißen fast twitch-Fasern schnell kontrahieren und leicht ermüden kontrahieren die roten slow-twitch-Fasern langsamer, sorgen dafür aber für mehr Ausdauer. In jedem Säugetier-Organismus kommen beider Faserarten in unterschiedlichen Anteilen vor. Diese können nur bis zu einem bestimmten Grad durch Training beeinflusst werden. Hieraus ergibt sich, dass nicht jedes Pferd und jeder Hund zu jeder Leistung körperlich fähig ist. Ist ein gewisser Trainingsstand erreicht und es gibt keine Weiterentwicklung so ist es schlichtweg möglich, dass das Tier einfach das Maximum des physiologisch individuell Leistbaren erreicht hat.

 

Muskelerkrankungen: Rupturen (Risse, z.B. Muskelfaserriss), Traumata (Prellungen, Hämatome), Lumbago (Kreuzverschlag), Verspannungen/Verkürzungen.

 

P

Pferd

 

Das Pferd gehört, ebenso wie Esel und Zebras, zur Gattung der Equidae, der Unpaarhufer oder Einhufer. Bezug genommen wird mit dieser Eingruppierung auf die Eigenart, dass Pferde nur auf der mittleren Zehenspitze stehen und der Huf nicht geteilt ist, wie es bei Ziegen, Schafen, Kamelen, Kühen usw. der Fall ist. Erstmals sind Einhufer im Miozän (vor ca. 23,03-5,3 Millionen Jahren) nachweisbar. Zuvor gab es bereits pferdeartige Säugetiere im Eozän (vor. Ca. 56-33,9 Millionen Jahren), die aber nicht das Merkmal der Einhufigkeit aufwiesen. Alle Vertreter der Urpferdearten waren sehr klein und vermutlich Waldbewohner. Im Laufe der Evolution entwickelten sich diese Frühformen immer weiter zu den heutigen Formen der Wild- und nach der Domestizierung der Hauspferde. Der Tarpan, das letzte Wildpferd, das auch an der Bildung der Hauspferderassen beteiligt war, wurde im 19. Jahrhundert ausgerottet. Das Przewalski-Pferd, die einzige noch lebende Unterart der Wildpferde, war vermutlich nicht in der Abkunftslinie der Hauspferde vertreten. Alle heute noch existierenden „(Halb-)Wildpferde“, vom Dülmener über Mustangs und Brumbys bis hin zu wilden Pferdeherden auf Kefalonia und Sardinien und in Namibia sowie den Sable-Island Ponys, Exmoor-Ponys und Camargue-Pferden, sind verwilderte Hauspferde.

 

Pferde (gemeint sind hier in diesem Zusammenhang auch Ponys) gibt es in sehr verschiedenen Größen und mit unterschiedlich ausgeprägten Körpermerkmalen, die sich nach klimatischer Anpassung aber auch durch Zucht nach der Nutzung durch den Menschen ausprägten. Ebenso prägten sich durch die Bevorzugung bestimmter Merkmale in der Zucht gewünschte Charaktereigenschaften aus. In diesem Zusammenhang sprechen wir heute von Rassemerkmalen, im Bezug auf die Anfälligkeit für bestimmte Erkrankungen von Rassedisposition. Ein Beispiel hierfür ist die Anfälligkeit für Mauke/Raspe bei Tinkern.

 

Pferde sind Herden- und Fluchttiere. Hiermit haben sie bestimmte Eigenschaften, die auch im Umgang mit ihnen beachtet werden sollten. So sind Pferde zum Beispiel deutlich reaktionsschneller als wir und können Lob oder Tadel, der nicht in unmittelbarem Zusammenhang mit einer Situation steht (es gilt die 3-Sekunden-Regel) zumeist nicht einordnen. Besonders wichtig ist also gutes Timing. Ebenso ist zu beachten, dass Pferde sich anatomisch eigentlich nicht zum Reiten eignen. Umso wichtiger ist eine schonende Ausbildung, besonders mit Blick darauf, dass die Kreuzbeinwirbel erst im Alter von ca. 8 Jahren verknöchern und ihre endgültige Stabilität erreichen. In diesem Zusammenhang ist auch eine gute Bemuskelung und ein gymnastizierendes Training, ebenso wie passendes Equipment entscheidend, wenn das Pferd lange gesund und ein freudiger und leistungsbereiter Partner für Sport und Freizeit bleiben soll. Zu beachten ist, dass Probleme, die in jungen Jahren verursacht werden, ob Fehlernährung oder Fehlbelastung, sich oft erst Jahre später äußern und die Pferde dann schon in sehr jungem Alter nicht mehr „nutzbar“ sind.

 

Jeder, der sich mit dem Gedanken trägt, sich ein Pferd anzuschaffen, sollte sich vorher intensiv mit der Thematik auseinandersetzen. Hierzu zählt nicht nur, welche regelmäßigen Kosten für die Gesunderhaltung, Unterbringung und Pflege zu erwarten sind, sondern auch, dass genügend finanzieller Hintergrund für passendes Equipment und für unerwartete Probleme zur Verfügung steht.

 

Ebenso wichtig ist, sich Gedanken darüber zu machen, was man mit dem Pferd machen möchte. Mit Blick auf solche Überlegungen ist es sinnvoll, sich vorab intensiv zu informieren oder aber z.B. eine Kaufberatung in Anspruch zu nehmen um mit größtmöglicher Wahrscheinlichkeit den Partner für Sport und Freizeit zu bekommen, den man sich wünscht. Ein banales Beispiel: bei sportlichen Ambitionen eignet sich ein nicht nur rassespezifisch, sondern vielleicht zusätzlich charakterlich eher träges und wenig leistungsbereites Pony weniger gut. Es wäre aber ein toller Partner für jemanden, der gemütlich ausreiten und vielleicht etwas Bodenarbeit machen möchte. Macht man sich im Vorfeld über diese Dinge Gedanken, hat man zumindest eine bessere Chance, später nicht ein Pferd zu haben, das man über- oder unterfordert oder zu dem man ungerecht ist, weil es nicht das leistet oder leisten kann, was man sich vorstellt.

 

 

 

T

Temperatur

Temperaturen, also Hitze und Kälte, sind gerade wenn sie extrem sind in aller Munde, doch was bedeutet das eigentlich für unsere Tiere? Die Körpertemperatur von liegt im Normalbereich bei

 

37,5-38,5°C bei Pferden

37,5-39°C bei Hunden

38-39°C bei Katzen

 

Natürlich kann es kleine Abweichungen nach Rasse, Umgebungstemperatur und Lebens-alter geben, die noch nicht pathologisch (d. h. krankhaft) sein müssen. Ab einer Kerntemperatur von 41°C fangen die Proteinstrukturen im Blut an zu denaturieren (d. h. zerstören), spätestens ab dann wird es lebensbedrohlich (was nicht heißen soll, dass man nicht dringend schon vorher etwas unternehmen sollte). Bei Fieber sollte ein Tierarzt konsultiert werden um eine ernsthaftere Erkrankung im Zweifelsfall rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln oder bestenfalls auszuschließen.

Hitze und Kälte können natürlich auch therapeutisch eingesetzt werden. Das berühmte Kühlen nach einer Verletzung kennt vermutlich jeder. Doch wie lange kühlen, mit welcher Temperatur kühlen? Das sind Fragen, die pauschal nur begrenzt zu beantworten sind. In der Hauptsache kommt es auch darauf an, in welchem Stadium sich die Verletzung befindet und wie lange sie her ist. Hiernach wird entschieden, ob gekühlt, gewärmt oder Wärme und Kälte im Wechsel angewendet werden sollte um einen optimalen Therapieerfolg zu gewährleisten. Dies muss im Einzelfall mit dem Behandelnden entschieden werden. Ebenso wie zu langes kühlen mit zu kalten Temperaturen kann zu langes Wärmen mit zu hohen Temperaturen auch mehr schaden als nützen. Des Weiteren besteht ein Unterschied zwischen Kühlen und „Kälte entziehen“, sowie Wärmen und „Wärme entziehen“.

Mit Blick auf die Außentemperatur sind unsere Haustiere natürlich gerade im Winter durch ihr Fell etwas geschützt. Dennoch ist nicht jedes Pferd ein Robustpferd (auch nicht unbedingt, wenn es einer Robustrasse angehört) und friert gerade bei nasser Kälte und Wind nicht oder bekommt keine Rückenschmerzen. Hier sollte Abstand von Dogmen genommen werden und nach den individuellen Bedürfnissen des Tieres entschieden werden. Auch nicht jedes Hundefell ist an große Kälte oder Wärme angepasst. Wer sein Tier beobachtet, wird schnell feststellen, ob der Hund eher Wärme oder Kälte sucht, wann er friert oder schwitzt (stark hechelt). Dem entsprechend sollten Angebote zum Aufwärmen oder Abkühlen geschaffen werden und auch die körperliche Belastung sollte entsprechend angepasst werden.

So sollte kein Hund bei 30° im Schatten, hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Ozonwerten kilometerweit am Fahrrad laufen müssen. Es darf nicht vergessen werden, dass Hunde nur durch hecheln Wärme abgeben können. Sie können so leicht überhitzen. Auch bei Hunden, die gerne viel und temporeich spielen, sollte im Sommer auf ausreichende Ruhepausen und Abkühlungsmöglichkeiten geachtet werden (z.B. feuchtes Handtuch zum Ablegen anbieten).

Jeder, der schon einmal in der Sauna war weiß, wie anstrengend der Wechsel zwischen Wärme und Kälte für den Körper ist (nicht umsonst gibt es Ruheräume und es werden maximal drei Saunagänge mit ausreichenden Pausen und langsamer Abkühlung empfohlen). Genau so anstrengend sind diese Temperaturwechsel auch für Tiere. Dem entsprechend sollte darauf geachtet werden, sie auch mit entsprechenden Temperaturwechseln nicht zu überfordern. Natürlich ist es einem begeisterten Labrador auf der Suche nach seinem Lieblingsspielzeug nicht zu vermitteln, dass er sich lieber erst langsam abkühlen sollte, bevor er einen Strecksprung in den See macht aber wo wir es in der Hand haben, sollten wir die Verantwortung, die wir übernehmen, wenn wir uns ein Tier anschaffen, auch ernstnehmen.

Dies betrifft zum Beispiel auch das beliebte Abspritzen der Pferde nach der Arbeit im Sommer. Das Pferd hat auf dem Platz bei hohen Außentemperaturen gearbeitet, hat nun geschwitzt und um ihm vermeintlich einen Gefallen zu tun, spritzen die Reiter es mit dem Schlauch ab. Wenige achten dabei auf sinnvolle Hinweise wie etwa herzfern an der Hinterhand anzufangen, viele halten den Schlauch direkt auf den Brustkorb und somit auf's Herz. Wer schon einmal eiskalt geduscht hat, weiß, dass das nicht unbedingt angenehm ist und dass der Körper dann auf Hochtouren läuft, um die kalten Körperteile wieder zu erwärmen.

Was passiert also körperlich? Ein Organismus, der sportlich gearbeitet hat, hat die Arterien und Venen weit gestellt, um die arbeitende Muskulatur möglichst gut mit Blut und somit mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Der Puls ist erhöht, das Herz schlägt schneller, die Atemfrequenz ist erhöht damit der Organismus die verlangte Arbeit leisten kann. Nun wird er von jetzt auf gleich herunter gekühlt wodurch sich Venen und Arterien zunächst zusammenziehen. Sofort danach erhöht sich die Pulsfrequenz, das Herz pumpt schneller, die Blutbahnen werden weit gestellt um die vermeintlich nun unterkühlten Areal schnellstmöglich wieder aufzuwärmen, das Pferd schwitzt also im Nachhinein stärker und der Kreislauf wurde enormem Stress ausgesetzt. Richtig wäre, am rechten Hinterbein zu beginnen und nur die Beine abzuspritzen. Für den Körper sollte maximal lauwarmes Wasser verwendet werden. Zumeist ist das Wasser aus den Schläuchen am Stall viel zu kalt. Hier sei darauf hingewiesen, dass Temperaturen zwischen 30 und 38°C als lau(warm) empfunden werden. Ab 24°C abwärts ist das Empfinden kalt bis eiskalt und ab 40°C warm bis sehr heiß. Nach dem Abduschen sollte das Pferd im Schatten ohne Zugluft langsam trocknen können.

Da auch Pferde, ebenso wie die meisten anderen Tiere, schneller überhitzen als Menschen sollte auch hier immer auf ausreichend Schatten und Zugang zu frischem Trinkwasser gewährleistet sein. Wir können uns aussuchen, wann wir aktiv sind und wie warm oder kalt es uns angenehm ist. Unsere Tiere können das in den meisten Fällen nicht und sind darauf angewiesen, dass wir als Besitzer verantwortungsvolle Entscheidungen für sie treffen.

Z

Zecken

Zecken sind Spinnentiere und gehören der Untergruppe der Milben an. Somit sind sie Ektoparasiten. Obwohl sie zumeist nur wenige Milimeter groß sind kann man das gut an ihren acht Beinen erkennen. Da sie so winzig sind saugen sie auch nicht genügend Blut, um unseren Haustieren aus diesem Grund gefährlich werden zu können.

Was die Zecke für uns und unsere Haustiere gefährlich macht sind die Krankheitserreger (hier in (Süd-)    Deutschland, v.a. FSME/Borrelliose ...), 

die sie überträgt. Zecken gibt es auf der ganzen Welt und sie übertragen die verschiedensten Erkrankungen, von denen nicht alle gleich gefährlich sind. Sie lieben Feuchtigkeit und Wärme - somit ist der Frühsommer Zeckenzeit -  und sind auch bei diesen Voraussetzungen besonders aktiv. Am liebsten im hohen Gras, Unterholz oder Büschen. Natürlich gibt es zahlreiche schulmedizinische und naturheilkundliche Möglichkeiten der Prävention.

Es ersetzt aber nichts das tägliche Absuchen unserer Haustiere oder auch von uns selbst, besonders, wenn man in entsprechendem Terrain unterwegs war. Hierbei ist Zeit ein wichtiger Faktor: Zecken sollten so früh wie möglich gezogen werden wenn sie sich einmal festgebissen haben, da nicht alle Krankheitserreger direkt beim Biss sondern teilweise erst nach bis zu 12 Stunden übertragen werden. Wichtig ist, dass der Kopf der Zecke mit entfernt wird und unter gar keinen Umständen darf versucht werden, die Zecke zu ersticken (Öl, Kleber etc.). In diesem Fall würde sie sich noch tiefer in die Haut graben, unter Stress geraten und sich in die Wunde übergeben. In diesem Fall würden die Krankheitserreger auf jeden Fall in den Organismus geraten.

Weitere Infos finde ich hier gut zusammen gestellt.