Liebe Leserinnen und Leser,

 

vielen Dank für Euer Interesse! Meine Kolleginnen von Pferdewohl-Dittrich und Tierheilpraktikerin-mit-herz und ich stellen hier einige Themen für Euch zusammen.

 

Wir möchten an dieser Stelle darauf hinweisen, dass die hier zusammen getragenen Informationen einen Einblick geben und für mögliche Probleme sowie natürlich Möglichkeiten zur Gesundhaltung unserer Fellnasen sensibilisieren sollen. Hier wird kein Anspruch auf Vollständigkeit erhoben und natürlich sind einige Dinge mit Blick auf Lesbarkeit und Verständlichkeit verkürzt oder verallgemeinert dargestellt. Dies soll ein lesefreundlicher Einblick und keine erschöpfende wissenschaftliche Abhandlung sein.

 

Viel Spaß und natürlich nehmen wir Anregungen für weitere Themen gerne an!


A

Anweiden

Woanders ist das Gras immer grüner - anweiden.
Obwohl Frühlingsanfang ist, obwohl die Sonne so schön ist und obwohl das Ponytier soooo gerne Gras möchte: es ist zu früh.
Idealerweise sollte ab dem 1. Mai angeweidet werden (natürlich hat man das im Pensionsstall zumeist nicht selbst in der Hand aber dann gilt so spät wie möglich). Idealerweise haben die Pferde vorher schon Heu und Stroh gefuttert und gehen nicht mit leerem Magen zum angrasen. Besonders ratsam ist es, in den Abendstunden angrasen zu gehen. Begonnen werden sollte mit 15 Minuten, jeweils am vierten Tag kann die Zeit dann um 15 Minuten gesteigert werden. Ab einer Anweidezeit von 2 Stunden kann um 30 Min. gesteigert werden und ab vier Stunden um jeweils eine Stunde.

B

BAchblüten

Die von Edward Bach (1886-1936) entwickelte Bachblütentherapie gehört zu den Informationstherapien. Das heißt, ebenso wie bei der Homöopathie wird dem Patienten kein physisch vorhandener Wirkstoff verabreicht, sondern die Infornation des Wirkstoffes in einer Trägerlösung. Im Unterschied zur Homöopathie gibt es bei den 38 Essenzen (plus Rescue) jedoch keine unterschiedlichen Potenzen.

Edward Bach ging davon aus, dass jedes Individuum in Harmonie leben möchte. Dies ist zugleich der physiologische Zustand. Im pathologischen Zustand hingegen befindet sich das Individuum im Ungleichgewicht was seelische und körperliche Symptome hervorbringt. Durch eine ausführliche Anamnese können die Auslöser festgestellt werden und dem Organismus wird durch die korrekte Zusammenstellung von bis zu sieben Bachblüten geholfen, sein Gleichgewicht zurück zu gewinnen. Es geht bei dieser Therapie um eine wertfreie Anerkennung des Ist-Zustandes und konsequente Reharmonisierung durch positive Verhaltensmuster. Die Therapie eignet sich besonders zur Unterstützung von Verhaltenstherapien, zur Behebung von Akut-Zuständen und zur Prävention, beispielsweise bei bevorstehenden Veränderungen, die dem Tier Stress bereiten können.

T

Temperatur

Temperaturen, also Hitze und Kälte, sind gerade wenn sie extrem sind in aller Munde, doch was bedeutet das eigentlich für unsere Tiere? Die Körpertemperatur von liegt im Normalbereich bei

 

37,5-38,5°C bei Pferden

37,5-39°C bei Hunden

38-39°C bei Katzen

 

Natürlich kann es kleine Abweichungen nach Rasse, Umgebungstemperatur und Lebens-alter geben, die noch nicht pathologisch (d. h. krankhaft) sein müssen. Ab einer Kerntemperatur von 41°C fangen die Proteinstrukturen im Blut an zu denaturieren (d. h. zerstören), spätestens ab dann wird es lebensbedrohlich (was nicht heißen soll, dass man nicht dringend schon vorher etwas unternehmen sollte). Bei Fieber sollte ein Tierarzt konsultiert werden um eine ernsthaftere Erkrankung im Zweifelsfall rechtzeitig zu erkennen und zu behandeln oder bestenfalls auszuschließen.

Hitze und Kälte können natürlich auch therapeutisch eingesetzt werden. Das berühmte Kühlen nach einer Verletzung kennt vermutlich jeder. Doch wie lange kühlen, mit welcher Temperatur kühlen? Das sind Fragen, die pauschal nur begrenzt zu beantworten sind. In der Hauptsache kommt es auch darauf an, in welchem Stadium sich die Verletzung befindet und wie lange sie her ist. Hiernach wird entschieden, ob gekühlt, gewärmt oder Wärme und Kälte im Wechsel angewendet werden sollte um einen optimalen Therapieerfolg zu gewährleisten. Dies muss im Einzelfall mit dem Behandelnden entschieden werden. Ebenso wie zu langes kühlen mit zu kalten Temperaturen kann zu langes Wärmen mit zu hohen Temperaturen auch mehr schaden als nützen. Des Weiteren besteht ein Unterschied zwischen Kühlen und „Kälte entziehen“, sowie Wärmen und „Wärme entziehen“.

Mit Blick auf die Außentemperatur sind unsere Haustiere natürlich gerade im Winter durch ihr Fell etwas geschützt. Dennoch ist nicht jedes Pferd ein Robustpferd (auch nicht unbedingt, wenn es einer Robustrasse angehört) und friert gerade bei nasser Kälte und Wind nicht oder bekommt keine Rückenschmerzen. Hier sollte Abstand von Dogmen genommen werden und nach den individuellen Bedürfnissen des Tieres entschieden werden. Auch nicht jedes Hundefell ist an große Kälte oder Wärme angepasst. Wer sein Tier beobachtet, wird schnell feststellen, ob der Hund eher Wärme oder Kälte sucht, wann er friert oder schwitzt (stark hechelt). Dem entsprechend sollten Angebote zum Aufwärmen oder Abkühlen geschaffen werden und auch die körperliche Belastung sollte entsprechend angepasst werden.

So sollte kein Hund bei 30° im Schatten, hoher Luftfeuchtigkeit und hohen Ozonwerten kilometerweit am Fahrrad laufen müssen. Es darf nicht vergessen werden, dass Hunde nur durch hecheln Wärme abgeben können. Sie können so leicht überhitzen. Auch bei Hunden, die gerne viel und temporeich spielen, sollte im Sommer auf ausreichende Ruhepausen und Abkühlungsmöglichkeiten geachtet werden (z.B. feuchtes Handtuch zum Ablegen anbieten).

Jeder, der schon einmal in der Sauna war weiß, wie anstrengend der Wechsel zwischen Wärme und Kälte für den Körper ist (nicht umsonst gibt es Ruheräume und es werden maximal drei Saunagänge mit ausreichenden Pausen und langsamer Abkühlung empfohlen). Genau so anstrengend sind diese Temperaturwechsel auch für Tiere. Dem entsprechend sollte darauf geachtet werden, sie auch mit entsprechenden Temperaturwechseln nicht zu überfordern. Natürlich ist es einem begeisterten Labrador auf der Suche nach seinem Lieblingsspielzeug nicht zu vermitteln, dass er sich lieber erst langsam abkühlen sollte, bevor er einen Strecksprung in den See macht aber wo wir es in der Hand haben, sollten wir die Verantwortung, die wir übernehmen, wenn wir uns ein Tier anschaffen, auch ernstnehmen.

Dies betrifft zum Beispiel auch das beliebte Abspritzen der Pferde nach der Arbeit im Sommer. Das Pferd hat auf dem Platz bei hohen Außentemperaturen gearbeitet, hat nun geschwitzt und um ihm vermeintlich einen Gefallen zu tun, spritzen die Reiter es mit dem Schlauch ab. Wenige achten dabei auf sinnvolle Hinweise wie etwa herzfern an der Hinterhand anzufangen, viele halten den Schlauch direkt auf den Brustkorb und somit auf's Herz. Wer schon einmal eiskalt geduscht hat, weiß, dass das nicht unbedingt angenehm ist und dass der Körper dann auf Hochtouren läuft, um die kalten Körperteile wieder zu erwärmen.

Was passiert also körperlich? Ein Organismus, der sportlich gearbeitet hat, hat die Arterien und Venen weit gestellt, um die arbeitende Muskulatur möglichst gut mit Blut und somit mit Sauerstoff und Nährstoffen zu versorgen. Der Puls ist erhöht, das Herz schlägt schneller, die Atemfrequenz ist erhöht damit der Organismus die verlangte Arbeit leisten kann. Nun wird er von jetzt auf gleich herunter gekühlt wodurch sich Venen und Arterien zunächst zusammenziehen. Sofort danach erhöht sich die Pulsfrequenz, das Herz pumpt schneller, die Blutbahnen werden weit gestellt um die vermeintlich nun unterkühlten Areal schnellstmöglich wieder aufzuwärmen, das Pferd schwitzt also im Nachhinein stärker und der Kreislauf wurde enormem Stress ausgesetzt. Richtig wäre, am rechten Hinterbein zu beginnen und nur die Beine abzuspritzen. Für den Körper sollte maximal lauwarmes Wasser verwendet werden. Zumeist ist das Wasser aus den Schläuchen am Stall viel zu kalt. Hier sei darauf hingewiesen, dass Temperaturen zwischen 30 und 38°C als lau(warm) empfunden werden. Ab 24°C abwärts ist das Empfinden kalt bis eiskalt und ab 40°C warm bis sehr heiß. Nach dem Abduschen sollte das Pferd im Schatten ohne Zugluft langsam trocknen können.

Da auch Pferde, ebenso wie die meisten anderen Tiere, schneller überhitzen als Menschen sollte auch hier immer auf ausreichend Schatten und Zugang zu frischem Trinkwasser gewährleistet sein. Wir können uns aussuchen, wann wir aktiv sind und wie warm oder kalt es uns angenehm ist. Unsere Tiere können das in den meisten Fällen nicht und sind darauf angewiesen, dass wir als Besitzer verantwortungsvolle Entscheidungen für sie treffen.

Z

Zecken

Zecken sind Spinnentiere und gehören der Untergruppe der Milben an. Somit sind sie Ektoparasiten. Obwohl sie zumeist nur wenige Milimeter groß sind kann man das gut an ihren acht Beinen erkennen. Da sie so winzig sind saugen sie auch nicht genügend Blut, um unseren Haustieren aus diesem Grund gefährlich werden zu können.

Was die Zecke für uns und unsere Haustiere gefährlich macht sind die Krankheitserreger (hier in (Süd-)    Deutschland, v.a. FSME/Borrelliose ...), 

die sie überträgt. Zecken gibt es auf der ganzen Welt und sie übertragen die verschiedensten Erkrankungen, von denen nicht alle gleich gefährlich sind. Sie lieben Feuchtigkeit und Wärme - somit ist der Frühsommer Zeckenzeit -  und sind auch bei diesen Voraussetzungen besonders aktiv. Am liebsten im hohen Gras, Unterholz oder Büschen. Natürlich gibt es zahlreiche schulmedizinische und naturheilkundliche Möglichkeiten der Prävention.

Es ersetzt aber nichts das tägliche Absuchen unserer Haustiere oder auch von uns selbst, besonders, wenn man in entsprechendem Terrain unterwegs war. Hierbei ist Zeit ein wichtiger Faktor: Zecken sollten so früh wie möglich gezogen werden wenn sie sich einmal festgebissen haben, da nicht alle Krankheitserreger direkt beim Biss sondern teilweise erst nach bis zu 12 Stunden übertragen werden. Wichtig ist, dass der Kopf der Zecke mit entfernt wird und unter gar keinen Umständen darf versucht werden, die Zecke zu ersticken (Öl, Kleber etc.). In diesem Fall würde sie sich noch tiefer in die Haut graben, unter Stress geraten und sich in die Wunde übergeben. In diesem Fall würden die Krankheitserreger auf jeden Fall in den Organismus geraten.

Weitere Infos finde ich hier gut zusammen gestellt.