Die Blutegeltherapie

Der Speichel von Blutegeln erhält zahlreiche medizinisch wirksame Substanzen, von denen noch nicht alle vollständig erforscht sind, die jedoch seit jahrtausenden wirksam eingesetzt werden. Der Blutegel als sich von Blut ernährender Parasit ist darauf angewiesen, möglichst unauffällig zu sein. Die Wunde muss lange genug bluten, damit er sich sattringen kann, aus diesem Grund hemmt sein Speichel die Blutgerinnung, das Tier darf jedoch auch nicht zu viel Blut verlieren. Aus diesem Grund wird die Wundheilung durch eine aseptische, antibakterielle Wirkung gefördert. Damit der Wirt nicht bemerkt, dass der Egel trinkt hat der Speichel zudem eine schmerzlindernde Wirkung. Damit keine Schwellungen an der Bissstelle entstehen und das Tier nicht beeinträchtigt wird werden der venöse Abtransport sowie der Lymphfluss angeregt. Diesen Wirkungskomplex von Blutegeln kann sich der Therapeut bei zahlreichen Behandlungen zu Nutze machen.

Bei den meisten Indikationen wird die Blutegeltherapie ergänzend in ein allgemeines schulmedizinisches oder naturheilkundliches Behandlungskonzept eingeordnet. Häufig kann die Anzahl der benötigten Behandlungen bei möglichst frühem Behandlungsbeginn auf wenige Termine begrenzt werden. Chronische Prozesse benötigen jedoch eine längere Behandlungsdauer.

In der Regel werden mehrere Egel pro Sitzung benötigt. Die von mir verwendeten Blutegel stammen von der Biebertaler Blutegelzucht und werden nach ihrem Einsatz in den "Rentnerteich" zurück geschickt.


indikationen

  • Hufrehe (Behandlung idealerweise innerhalb der ersten 24 Stunden)
  • Hämatome
  • Arthrose
  • Phlegmone 
  • Sehnen- und Bänderentzündungen 
  • Hufrollenentzündungen
  • Sommerekzeme
  • schwer heilende Wunden
  • Verletzungen
  • Mauke
  • Schmerztherapie
  • Narbenbehandlung

Kontraindikationen

  • schlechter Allggemeinzustand
  • Kachexie
  • Tumorerkrankungen
  • Anämie / Leukämie
  • hohes Fieber